Wer hohe Übertragungsraten anstrebt, für den ist VDSL das erste Produkt der Wahl. Eine vergleichsweise hohe Ausfallsicherheit und eine besonders im städtischen Bereich sehr gute Verfügbarkeit machen die Very High Speed Digital Subscriber Line überaus attraktiv.

Für wen lohnt sich VDSL?

Grundsätzlich ist VDSL für so gut wie jeden Internetnutzer empfehlenswert, sofern es denn verfügbar ist. Die Preise sind nicht allzu hoch und die hohe Übertragungsrate kommt einem bei allen Online-Aktivitäten sehr entgegen. Nur Internet über den Kabelanschluss ist ggf. eine günstigere Alternative, die auf jeden Fall geprüft werden sollte. Woher kriege ich VDSL? So gut wie alle großen Anbieter haben VDSL-Anschlüsse im Angebot. An Auswahl mangelt es also schon einmal nicht.

Woher bekomme ich VDSL?

So gut wie alle großen Anbieter haben VDSL-Anschlüsse im Angebot. An Auswahl mangelt es also schon einmal nicht. In der folgenden Vergleichstabelle sind normale DSL-Tarife und VDSL-Tarife miteinander vergleichend dargestellt:

Namen und Standards

Um den Überblick über die einzelnen Angebote zu erleichtern, müssen wir außerdem ein paar Dinge in Bezug auf Namensgebung und Standards erklären. So ist neben dem Kürzel "VDSL" immer noch oft die Abkürzung VHDSL zu lesen. Letztlich bezeichnen aber beide Begriffe dasselbe Produkt. Es wurde nur irgendwann von den meisten Anbietern das "H" gestrichen, um einen griffigeren Marketingbegriff zu haben. Langfristig ist davon auszugehen, dass VHDSL als Name immer mehr an Bedeutung verlieren wird und VDSL an Wichtigkeit hinzugewinnt. Es ist jedoch tatsächlich so, dass VDSL nicht gleich VDSL ist. Es existieren zwei unterschiedliche von der Internationalen Fernmeldeunion definierte Standards, die jeweils ihre Eigenheiten mitbringen und sich noch einmal in weitere Techniken aufspalten:
VDSL1 (ITU-T G.993.1)
Mit VDSL1 Techniken können Bandbreiten von bis zu 52 Mbit/s im Downstream und 11 Mbit/s im Upstream erreicht werden. Wie viel Bandbreite tatsächlich zur Verfügung steht, hängt maßgeblich von der Entfernung zur nächsten Vermittlungsstelle ab. Schon ein paar hundert Meter können zu erheblichen Geschwindigkeitseinbußen führen, ab 2000 Metern muss sogar damit gerechnet werden, dass ein normaler ADSL Anschluss nicht langsamer wäre. Daraus ergibt sich bezüglich der Verfügbarkeit ein naheliegender Schluss: In größeren Städten sollte es im Regelfalle fast immer möglich sein, VDSL zu beziehen, auf dem Land könnte jedoch die Entfernung zum Verteiler ein Problem werden. In technischer Hinsicht muss zunächst einmal erwähnt werden, dass VDSL 1 bis zu vier Frequenzbänder benutzt und mit DMT oder QAM sehr effektive Leitungscodes unterstützt. Viel mehr wird man aus den alten Kupferleitungen wohl nicht herausholen können. Denn, mit diesem weit verbreiteten Irrglauben müssen wir an dieser Stelle kurz aufräumen, bei VDSL wird ab dem Verteilerkasten weiterhin mit der klassischen Kupferleitung gearbeitet. Auch wenn oftmals etwas anderes behauptet wird. Insgesamt ist VDSL 1 jedoch kaum verbreitet, was an einer speziellen Gemengelage liegt. Denn es handelt sich um eine relativ alte Technik, die aus einer Zeit stammt, in der in Europa schlicht noch nicht genug Nachfrage nach derartigen Bandbreiten herrschte. Außerhalb Europas wurden damals durchaus VDSL 1 DSLAMs etabliert, wo eine entsprechende Nachfrage herrschte. Primär waren das die USA, Japan, Südkorea und China. Und natürlich besteht ein Großteil dieser Infrastruktur auch heute noch, da sie ja nicht einfach über Nacht verschwindet. Aber neue VDSL 1 DSLAMs werden heute nicht mehr angebracht. Eine kleine Zusatzinformation, die ganz interessant ist: Über VDSL 1 lässt sich nicht nur ein Netzwerk mit dem Internet verbinden. Theoretisch ist auch eine Verbindung zweier Ethernet-Netzwerke möglich.
VDSL2 (ITU-T G.993.2)
VDSL2 setzt standardmäßig auf den DMT Standard und lässt Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s zu. Es ist damit deutlich performanter als VDSL1, dessen Weiterentwicklung es darstellt. Logischerweise erbt VDSL2 damit auch einige der Eigenschaften von VDSL1. Auch hier ist die Entfernung zum Verteiler entscheidend für die erzielte Datenübertragungsrate. Eine der wichtigsten Neuerung gegenüber VDSL1 und einer der Hauptgründe für die größere Verbreitung ist die Möglichkeit, IPTV Dienste priorisieren zu können. Doch auch dieser Standard hat mit G.fast schon seinen Nachfolger gefunden. Wegen der anhaltenden Beliebtheit wird VDSL2 aber noch eine Zeit lang weiter wachsen, bevor es abgelöst wird. Bereits seit 2006 ist die Deutsche Telekom sehr aktiv beim Aufbau eines VDSL2 Verteilernetzes. Beim Ausbau der Outdoor-DSLAMs werden dabei jedoch oftmals Änderungen vorgenommen, die dazu führen, dass der Verteiler hinterher kein ISDN mehr unterstützt.